Frühlingsgedicht
Soeben hat mich der Frühling geneckt.
Ich meinte, er hielte sich noch versteckt,
da kitzelt er mich an der Nase.
Singt froh mir ein Vogelzwitschern ins Ohr,
dem Baum zaubert er rosa Blüten hervor,
versteckt blühen Veilchen im Grase.
Was meinst du, fragt er, hab ich wohl gemacht?
Ich brachte der Sonne das Grau aller Nacht
und tauschte es gegen die Farben
der Freude – für dich und das wartende Feld,
für alle, die hoffen, dass Dunkel sich hellt –
auch für alle Träume, die starben.
Hab ich nicht noch gestern den Winter gespürt?
Jetzt sehe ich staunend die Zweige gekürt
mit leuchtendem Grün froher Tage.
Will nun Hand in Hand mit dem Frühling geh‘n,
die Hoffnung neu pflanzen und wachsen seh’n,
was stark ist – und frei jeder Klage.