aus eigner Feder ...

Weites Land



So geh in Frieden.

Nimm die müde Seele

in dir an deine Hand.

Führ’ sie, wann immer etwas fehle,

hinaus auf weites Land.


Zeig ihr das Leuchten

tausendfacher Sterne

im spiegelstillen See.

Mondsilbergruß aus naher Ferne

soll lindern leises Weh.


Gib ihr den stillen

Morgen auf dem Berge,

der Sonne blutend Rot.

Und Atem gib ihr – sanfte Stärke.

Die Hoffnung sei Gebot.


Des Meeres Wellen

soll’n ein Lied ihr singen

von Heimat und Vertrau’n,

und überfließend Freude bringen –

Kraft, Wege neu zu bau’n.


Im weiten Einsam

gelber Wüstensande

lass finden sie ein Wort

zu leben – und im Herzenlande

den einen sich’ren Hort.


Gibt auch das Leben

unlösbare Fragen

und manchmal bitt’ren Wein –

Mut, alles in uns auszutragen

gibt dies: bei sich zu sein.


Tabea Vahlenkamp © 2011