Weites Land
So geh in Frieden.
Nimm die müde Seele
in dir an deine Hand.
Führ’ sie, wann immer etwas fehle,
hinaus auf weites Land.
Zeig ihr das Leuchten
tausendfacher Sterne
im spiegelstillen See.
Mondsilbergruß aus naher Ferne
soll lindern leises Weh.
Gib ihr den stillen
Morgen auf dem Berge,
der Sonne blutend Rot.
Und Atem gib ihr – sanfte Stärke.
Die Hoffnung sei Gebot.
Des Meeres Wellen
soll’n ein Lied ihr singen
von Heimat und Vertrau’n,
und überfließend Freude bringen –
Kraft, Wege neu zu bau’n.
Im weiten Einsam
gelber Wüstensande
lass finden sie ein Wort
zu leben – und im Herzenlande
den einen sich’ren Hort.
Gibt auch das Leben
unlösbare Fragen
und manchmal bitt’ren Wein –
Mut, alles in uns auszutragen
gibt dies: bei sich zu sein.